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Kiteschirm Schäden und Reparaturmöglichkeiten

Kitereparatur

Keine Frage: Parallel zur rasanten Entwicklung des Kitesports hat sich auch viel bei der Ausrüstung getan. Nicht nur die Konstruktion der Kites, sondern vor allem auch das Material wurde systematisch verbessert. Wirklich schlecht verarbeitete Drachen gibt es kaum noch. In der Regel sind bei modernen Kites auch die Nähte gerade und gleichmäßig und das Tuch aus hochwertigem Stoff. Dennoch kann auch der hochwertigste Schirm Schaden nehmen und muss zur Reparatur. Inzwischen gibt es spezialisierte Firmen, aber auch die Kitesurfschulen helfen gerne mit Tipps weiter. Die häufigsten Ursachen für eine Beschädigung des Materials sind :

mechanische Einwirkungen (Hängen bleiben, spitze Gegenstände auf dem Boden etc.)
Überhitzen des Materials mit Druckanstieg, als Folge Platzen der Tubes
Überdruck beim Aufpumpen
Crashes
Fehler beim Zusammenlegen
Ungeeignete Lagerung (Kite nicht genügend ausgetrocknet)
Unzweckmäßiger Transport
Einwirken von Sonne und Sauerstoff auf das Tuch

Was kann alles kaputtgehen und wie lässt sich das vermeiden?

1.Das Gewebe des Schirms kann infolge mechanischer Einwirkung wie z.B Hängen bleiben an einem Ast oder Schlag aufs Wasser einreißen. Häufig verursachen spitze Gegenstände wie Muscheln, Steine, Disteln etc im Untergrund Löcher beim Zusammenlegen des Kite oder wenn er darübergeschleift wird. Also gilt: Untergrund gründlich prüfen!
2.Die Naht reißt aus bei Überbeanspruchung durch Wind, oder weil der Schirm hängen bleibt. Nähte regelmäßig auf Unversehrtheit testen!
3.Schlaufen und Leinen unterliegen einer starken Beanspruchung und können reißen.
4.Die Anknüpfungspunkte für die Back- und Frontlines können ausfasern. Beim Befestigen also immer checken!
5.Fronttubeplatzer entstehen schnell durch zu starkes Aufpumpen. Zuerst die Quertubes und dann erst die Fronttube aufblasen. Achtung! Zunächst die Pumpe leer auspusten, damit kein Sand in den Kite kommt. Beim Transport im Auto darauf achten, dass die Tubes sich nicht infolge Sonneneinstrahlung ausweiten und dann in der Enge der Lagerung platzen.
6.Die Ventile müssen beim Aufpumpen gerade gehalten werden, damit kein Verschleiß durch Abknicken entsteht.
7.Der Bladder, also der Schlauch aus sehr dünnem, gummiartigen Material im Tube, kann ein Loch bekommen oder an der Anschlussstelle zum Ventil beschädigt werden. Außerdem verdreht er sich gerne im Verbindungsstück zwischen Fronttube und Quertube, vor allem, wenn der Kite leer im Wind flattert. Man sollte den Bladder so lange in nicht voll aufgepumpten Zustand massieren, bis alle evtl. Verdrehungen erkannt sind.

Wie kann was repariert werden?

Bladder
Als erstes muss der Bladder (englisch: Blase) aus der Tube herausgeholt werden. Bei der Suche nach dem Loch kann – wie beim Reparieren eines Fahrradschlauches – Seifenlauge behilflich sein, da an der Lochstelle Blasen aufsteigen. Dann wird entweder ein selbstklebender Flicken aufgesetzt oder einer mit Pattex angebracht. Bei größeren Löchern muss die Stelle herausgeschnitten und ein großes Stück nachgeschweißt werden .

Ventil
Nach dem Herausschneiden des Ventils wird ein neues eingeschweißt.

Fronttube
Die beschädigte Fronttube wird großflächig abgetrennt. Wenn die defekte Stelle gefunden wurde, wird das mit der Schablone angefertigte, perfekt angepasste Ersatzmaterial eingenäht. Danach muss natürlich auch der Tube wieder an- und zugenäht werden.

Spinnakertuch
Auch hier wird die beschädigte Stelle erst einmal herausgeschnitten. Das passende Stück Material kann man entweder einkleben oder mit einer Nähmaschine einnähen. Ganz kleine Risse können auch mit Sekundenkleber geflickt oder auch getapet werden, wobei die Tapes sich gerne früher oder später wieder lösen, wenn sie nicht zusätzlich vernäht sind.

Grundsätzlich gilt: werden zu viele Verstärkungen und Verklebungen vorgenommen, leiden die Flugeigenschaften. Bedenke: auch der beste Kite hat aufgrund der hohen Belastungen eine – verglichen mit dem Surfsegel – geringe Lebensdauer!

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